Portraits und persönliche Einblicke
Nach einem Totalzusammenbruch hilft Miguel eine Traumatherapie. Durch eine Integrationsmassnahme beim Förderraum schafft er den Weg zurück ins Leben. Heute arbeitet er als Fachmitarbeiter bei Haus&Garten und bildet sich zum Arbeitsagogen aus.
Viel Wertschätzung und
Begegnung auf Augenhöhe
Miguel Schwendener ist 36 Jahre alt und Fachmitarbeiter bei Haus&Garten von Förderraum. Er leitet Menschen an und begleitet sie bei handwerklichen Tätigkeiten wie Reinigung, Gartenarbeiten und einfachen Reparaturen, also bei allem, was im Bereich Haus und Garten praktisch anfällt.
Seit einem Jahr macht Miguel nun diese Arbeit und seit letztem Herbst besucht er die Agogis in St.Gallen. Dort lässt er sich zum Arbeitsagogen ausbilden. Das sei eine tolle Ergänzung zur täglichen Arbeit, sagt er. Besonders schätzt Miguel, dass Selbstreflexion ein wichtiger Teil dieser Ausbildung ist: «Wer anderen Menschen hilft, sollte sich selber kennen lernen, seine Motive, seine Geschichte.»
Die eigene Geschichte hat Miguel schon davor reflektiert – notgedrungen. 1989 wurde er in der Dominikanischen Republik geboren, vaterlos. Die Mutter ging bald in die Schweiz; er blieb zurück bei den Grosseltern, in einer schwierigen Situation. Als er 15 Jahre alt war, holte ihn die Mutter in die neue Heimat. Sie war angekommen im neuen Leben,
hatte zwei Söhne mit einem neuen Mann, der bald darauf Miguels Adoptivvater wurde – «ein liebevoller Vater».
Auch Miguel kam in der neuen Heimat an, zumindest nach aussen. Er lernte die Sprache, absolvierte eine Maurerlehre mit Bestnoten und machte Weiterbildungen. Er wurde Bohrmeister, später auch Fitnesstrainer, war erfolgreich und wurde dennoch krank. Mit 31 Jahren erlebte er einen totalen Zusammenbruch. Sein Chef, «ein guter Chef», schickte ihn nach Hause. Die Diagnose lautete Posttraumatische Belastungsstörung.
Miguel brauchte eine Traumatherapie. Die gibt es in der Klinik Münsterlingen, doch das braucht Zeit. Mit der Sozialversicherungsanstalt (SVA) wurde parallel dazu eine «Integrationsmassnahme» beim Förderraum vereinbart. Ende 2023 kam Miguel Schwendener zu Haus&Garten und fühlte sich wohl: «Hier waren die Menschen freundlich zueinander und begegneten sich auf Augenhöhe», sagt er. «Diese Wertschätzung hatte ich von früheren Stellen nicht gekannt.»
Vor mehr als einem Jahr wurde die Traumatherapie abgeschlossen, und Miguel war wieder fit genug, um sich eine Stelle im ersten Arbeitsmarkt zu suchen. Mittlerweile war ihm klar, dass er mit Menschen in
schwierigen Lebenssituationen arbeiten und sich zum Arbeitsagogen ausbilden lassen wollte. Er bewarb sich extern, absolvierte erfolgreich ein Praktikum und hätte die Stelle bekommen. Kurz darauf wurde bei Haus&Garten von Förderraum eine Fachmitarbeiterstelle frei. Sein Chef bot ihm an zu bleiben.
Miguel entschied sich ohne lange zu überlegen für den Verbleib im Team.
Einstieg, Stabilisierung und Übergang
Wir unterstützen Menschen bei der beruflichen Integration und Teilhabe. Angebote wie im Portrait beschrieben dienen dem Erlangen von Stabilität. Wenn es die gesundheitliche Entwicklung zulässt, begleiten wir die Personen anschliessend im Übergang in den allgemeinen Arbeitsmarkt.
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Das Beratungsteam gibt von Montag bis Donnerstag von 8 bis 17 Uhr gerne Auskunft.
Wir freuen uns, Sie kennenzulernen.