Portraits und persönliche Einblicke
Wer als junger Flüchtling in die Schweiz kommt, hat’s nicht einfach. Braucht er oder sie dazu noch vermehrt Struktur und Begleitung, kommt das Programm Stabilisierung und Ressourcenaktivierung zum tragen. Im Portrait berichtet Asim über seine Erfahrungen.
Sinnvolle Beschäftigung, berufliche Einblicke und Sprachkenntnisse: das Programm vereint die Bedürfnisse.
Wer als junger Flüchtling in die Schweiz kommt, hat’s nicht einfach. Ist er dazu noch ein Mensch, der vermehrt Struktur und Begleitung benötigt, so kann er schnell durch alle Maschen fallen. So ein Mensch ist Asim, 25 Jahre alt. Zum Glück gibt es heute Integrationsprogramme, die ihm und anderen helfen, ihren Platz in unserem Land zu finden.
Vor fünf Jahren kamen Asim, seine Eltern und der jüngere Bruder aus der Türkei in die Schweiz; sie waren Flüchtlinge. Mittlerweile hat Asim die Niederlassung B, er möchte sich gut integrieren und eine Arbeitsstelle finden, sagt er. Das ist nicht einfach, zumal Asim auch Begleitung und Struktur von aussen benötigt. Darum vermittelte ihm die Integrationsbeauftragte seiner Gemeinde einen Deutschkurs, den er zweimal die Woche bei der Arge Bilang besucht, und zusätzlich einen Platz beim Förderraum. Dies im Rahmen des Programms «Stabilisierung und Ressourcen-aktivierung von Personen mit besonderen Bedürfnissen». Seit Januar 2024 verbringt Asim nun also drei Vormittage pro Woche in der Tagesstruktur an der Brauerstrasse in St.Gallen und bleibt jeweils zum Mittagessen.
«Hier fühle ich mich wohl», sagt Asim, «hier kann ich malen, Puzzle spielen oder in der Küche helfen.» Am liebsten backt er Kuchen.
Einmal die Woche geht die ganze Gruppe in die Stadt, ins Restaurant. Dort spielen sie Scrabble. Das Programm, das Asim besucht, ist ein Integrationsprogramm des Bundes. Migrantinnen und Migranten sollen «Sicherheit erlangen in der allgemeinen Lebensbewältigung», wie es in der Ausschreibung heisst. Das Programm ist jedoch auf 18 Monate beschränkt, und damit endet es für Asim im August.
Wie weiter nun für den jungen Mann aus der Türkei, der zwar Matura hat, aber keine Berufsausbildung? «Hier soll nun ein weiteres Angebot zum Tragen kommen, das auch Flüchtlingen offensteht», sagt seine Bezugsperson beim Förderraum. Es ist das sogenannte Arbeitsintegrationsprogramm. Asim wird in den nächsten Wochen in einem Personalrestaurant der kantonalen Verwaltung, das der Förderraum führt, schnuppern. «Wenn alles passt, kann er dort ab Sommer am Programm teilnehmen, und in einem Jahr vielleicht sogar eine Ausbildung mit Eidgenössischem Berufsattest beginnen», sagt seine Bezugsperson.
Noch ist das Zukunftsmusik und noch ist nicht klar, ob Asim diesen Weg gehen kann. Klar ist aber: Viele junge Flüchtlinge brauchen Starthilfe, aber häufig sind die bürokratischen Hürden hoch. Doch langsam entstehen massgeschneiderte Angebote. Die jungen Menschen werden es danken – auch Asim.
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