Portraits und persönliche Einblicke
Manche Menschen brauchen etwas mehr Zeit. Davon erzählt ein junger Mann. Er berichtet über seine begleitete Ausbildung im Förderraum und vom Übergang in einen Lehrbetrieb im allgemeinen Arbeitsmarkt. Dort führt er seine Ausbildung fort und wird weiterhin von seinem vertrauten Ansprechpartner im Förderraum begleitet.
«Jetzt habe ich auch mehr Verantwortung»
Manche Menschen brauchen etwas mehr Zeit. Zu ihnen gehört Gian-Andrea, 25 Jahre alt, zurzeit in der Lehre als Fachmann Betriebsunterhalt bei der Kantonalen Verwaltung in St. Gallen. Die obligatorische Schulzeit schloss der Rheintaler mit 17 Jahren ab. Die Lehrerin in der Oberstufe empfahl ihm, sich nach der Schule beim Förderraum zu bewerben. «Ich ging eine Woche schnuppern, dann habe ich den Vertrag bekommen», erinnert er sich. Das war bei Haus&Garten in Heerbrugg.
Dieses Angebot vom Förderraum, das es auch in St.Gallen, Uznach und in Sargans gibt, bietet Dienstleistungen in den Bereichen Hauswartung, Gartenarbeit, Räumung, Reinigung oder kleinere Reparaturen. Und es bietet Arbeits- und Ausbildungsplätze für «Menschen mit einem erhöhten Unterstützungsbedarf», wie es offiziell heisst.
Gian-Andrea konnte hier eine zweijährige Praktikerlehre starten. «Am liebsten arbeitete ich im Garten», erzählt er heute. Und da habe er gerne mit der Heckenschere hantiert, «aber mit einem Benziner – es muss schon tönen.» Vier Jahre war der junge Mann bei Haus&Garten in Heerbrugg. Dann war es Zeit für den nächsten Schritt im Berufsleben.
«Mit 21 Jahren konnte ich beim Kanton eine Lehre als Unterhaltspraktiker beginnen», sagt Gian-Andrea. Nun arbeitete er in der Stadt St.Gallen, abwechselnd in einem der zahlreichen Verwaltungsgebäude, die der Kanton hier belegt.
Da gab es nun keine Hecken mehr zu schneiden, aber es gab Büros zu zügeln, Glühbirnen zu wechseln oder Böden zu reinigen, und einen Tag in der Woche drückte er die Schulbank. Nach zwei Jahren schloss Gian-Andrea die Ausbildung mit dem Eidgenössischen Berufsattest ab.
Nahtlos folgte der dritte Schritt: Im Sommer 2023 beginnt Gian-Andrea im gleichen Betätigungsfeld die dreijährige Lehre. Noch immer ist sein Arbeitgeber der Kanton, und die Vorgesetzten sind mit dem Einsatz und der Leistung sehr zufrieden, weshalb sie ihn empfehlen. Gian-Andrea freuts: «Ich darf jetzt viel selbstständiger arbeiten und ich habe mehr Verantwortung.»
Gian-Andrea wohnt bei seinen Eltern. Er pendelt täglich in die Stadt, sein Wirkungsfeld ist zurzeit das Hochbauamt, das in der Hauptpost untergebracht ist. Auch jetzt besucht er einen Tag pro Woche die Berufsschule, und jede zweite Woche hat er einen Termin beim Job Coach vom Förderraum. Dieser hilft bei Fragen oder er unterstützt ihn, wenn Gian-Andrea in der Schule etwas mehr Support braucht.
Wenn alles gut läuft, wird Gian-Andrea 2026 seine dreijährige Lehre mit dem «Eidgenössischen Fähigkeitszeugnis Fachmann Betriebsunterhalt» abschliessen. Er ist dann 26 Jahre alt, und er hat
für seine Ausbildung etwas länger gebraucht. Das Ziel hat er genauso erreicht. Am liebsten würde er später selber einmal Lehrlinge betreuen.
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